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Sonntag, 28. August 2016

Coworking: geteiltes Büro, doppelter Erfolg?

Von Henri Apell

Der Schritt in die Selbstständigkeit eröffnet unternehmerische Freiheit und eine Vielzahl an Möglichkeiten, die einem Angestellten nicht zur Verfügung stehen. Doch Freiberuflern fällt es oft schwer, ihrem Arbeitsalltag die notwendige Struktur zu geben. Für effizientes und effektives Arbeiten ist diese jedoch unabdingbar. In diesem Zusammenhang kann  Coworking Space Abhilfe auf der  Arbeit schaffen.

Die Macht der Gewohnheit hilft

Routinen sind in der Arbeitswelt wichtig, da sie dabei helfen, den Tag zu strukturieren und trotz fehlender Motivation aktiv zu bleiben. Abläufe, die zur Gewohnheit geworden sind, fallen deutlich leichter als solche, die neu erarbeitet werden müssen. Eine geregelte Struktur im  Arbeitsalltag reduziert Ablenkung und spart zusätzlich Energie. Diese kann in kreative Ideen und neue Konzepte fließen.
Die Vorlieben für Arbeitsrhythmen sind bei Selbstständigen höchst unterschiedlich. Manche Freiberufler arbeiten am liebsten abends und nachts, während andere die meiste Motivation in einem Büro außerhalb der Wohnung finden.

Das Arbeitsumfeld fördert Strukturen

Damit Arbeitszeiten und Abläufe zu festen Strukturen und Gewohnheiten werden, müssen diese für einige Zeit ununterbrochen eingehalten werden. Ein gutes Beispiel stellen die Arbeits- und Pausenzeiten dar. Hält ein Selbstständiger sie über mehrere Wochen konstant ein, gewöhnt der Körper sich an sie und teilt seine Energie ein. Das Aufstehen fällt leichter und der innere Schweinehund schafft es nicht mehr, die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren.
Angestellte haben den Vorteil, dass das Unternehmen die Arbeits- und Pausenzeiten vorgibt und Sanktionen ausspricht, wenn sie nicht eingehalten werden. Selbstständige können gruppendynamische Prozesse nutzen und mit anderen Freiberuflern im Coworking Space feste Arbeitszeiten vereinbaren. Ein weiterer Vorteil des geteilten Büros: Im Coworking Space entfallen sämtliche Ablenkungen, die bei der Arbeit zu Hause auftreten können. Weder Hausarbeit noch unerwarteter Besuch oder der Fernseher stören. Vor allem für Freiberufler ist das Office Sharing sinnvoll, denn ein eigenes Büro außerhalb der Wohnung ist zum einen teuer und zum anderen in den meisten Fällen gar nicht notwendig.

Was Coworking Space bieten soll

Man kann sich aber auch das eigene Gemeinschaftsbüro gestalten, wenn man bereits andere Interessenten kennt, die es gern teilen wollen. Ein Gemeinschaftsbüro sollte gewisse Annehmlichkeiten bieten. Dazu zählt zum Beispiel eine moderne und idealerweise ergonomische Büroausstattung. Kreative Menschen bevorzugen vor allem stilvolle Einrichtungen. Die Küche soll möglichst gut ausgestattet sein. Dabei ist für viele beispielsweise eine gute Kaffeemaschine, die neu oder zu einem günstigen Preis sogar gebraucht gemietet werden kann, sehr wichtig. Zudem soll ausreichend Platz geschafft werden, um während der Pausen den Austausch mit anderen Freiberuflern zu ermöglichen. Raucherpausen sind oftmals perfekte Austauschgelegenheiten. So sollte idealweise eine gemütliche Raucherecke im Freien geschaffen werden.

Neben einer guten Internet-und Telefonverbindung sind auch separate Einzelarbeitsplätze und Räume äußerst sinnvoll, die für Besprechungen genutzt werden können. Einige Anbieter messen der Vernetzung der Gäste große Bedeutung zu. Es ist wichtig, Synergien zu schaffen und den Mitgliedern zu ermöglichen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und voranzubringen. Für diesen Zweck setzen Anbieter auf eine offene, anregende und kommunikative Atmosphäre. Zum Angebot zählen zudem oft regelmäßige Vorträge, Diskussionsrunden und Freizeitveranstaltungen.

Von der Arbeit in einem Coworking Space profitieren Selbständige auf vielfältige Weise. Dabei lohnt es sich, nach dem besten Angebot in der Nähe zu suchen. Das Arbeitsumfeld und die Zusammenarbeit mit anderen Freiberuflern helfen dabei, einen festen Arbeitsrhythmus zu entwickeln und dem Tag Struktur zu geben. Das Konzept des Office Sharing eröffnet außerdem die Möglichkeit, kreative Lösungen zu finden und neue Projekte zu entwerfen. Nicht selten legen Begegnungen in einem Coworking Space den Grundstein für neue Unternehmen und erfolgreiche Geschäftsmodelle.

1 Kommentar zu „Coworking: geteiltes Büro, doppelter Erfolg?“

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    Bin völlig Ihrer Meinung und habe selbst lange in Coworking Häusern gearbeitet. Aber leider ist unsere Erfahrung insbesondere mit Coaches ein bisschen anders: Hier bei Meeet in Berlin (meeet.de, schätze, wir waren in 2013 das erste Coworkinghaus Deutschlands für Coaches und Trainer) sind die Coworking-Arbeitsplätze nur sehr selten nachgefragt. Wir vermuten, dass Coaches anscheinend mehrheitlich Schreibtischarbeit als "lästige Nebenpflicht" empfinden und dafür nicht aus dem Haus wollen (geschweige denn Geld dafür ausgeben).
    Das Teilen von Coaching- und Workshopräumen sowie die von anderen Coworking Häusern bekannten Netzwerkveranstaltugen werden hingegen sehr gut angenommen.