Montag, 27. Juli 2009

Der Blog zur Coachingausbildung – Interview mit Felix Beilharz

Von Henri Apell

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Felix Beilharz kennen einige Leser aus einem früheren Interview hier auf meinem Blog und als Mitautor des Buches Online-Marketing: Tipps und Hilfen für die Praxis.

Nun hat er eine Ausbildung zum Businesscoach begonnen bei Emrich Consulting und auch gleich einen Blog darüber gestartet: systemischercoach.de

Ich konnte Felix Beilharz zu einem Interview gewinnen. Er beantwortet Fragen über seine Motivation, Coach zu werden, über seine Ausbildung und natürlich habe ich ihn als Marketingspezialisten gleich auch gefragt, ob er den ein oder anderen Tipp für uns Coaches oder Trainer hat.

Seien Sie gespannt.

Wie kamst du auf die Idee mit dem „Ausbildungsblog”?

Für mich ist Coaching eher eine strategische Sache. Da ich noch relativ jung bin, werde ich wohl in den nächsten 2-3 Jahren nicht direkt coachen. Trotzdem will ich mir nebenbei schon etwas aufbauen, nicht zuletzt weil es bei Google immer etwas dauert, “Fuß zu fassen”. Als ich dann eine freie und gute Domain gefunden habe (systemischercoach.de), habe ich überlegt, wie ich die Domain mit sinnvollem Content füllen kann, um sie bis zu meinem “echten” Start ins Coaching “reifen” zu lassen. Da lag ein Blog mit meinen Erfahrungen mit Coaching und der Coaching-Ausbildung nahe. Der Blog wird schon sehr gut angenommen, ich habe trotz der kurzen Zeit schon einige Abonnenten und schon einige nette Kontakte gewonnen.

Du schreibst, dass du auch deswegen bei EMRICH-Consulting zum Coach ausbilden lässt, weil du Dr. Emrich persönlich kennst. Welche Qualitäten schätzt du an deinen Ausbildern?

Zuallererst sind alle drei Ausbilder super locker drauf. Obwohl es sich um eine Business Coaching-Ausbildung handelt, ist der Umgang untereinander sehr familiär und freundschaftlich. Wir duzen uns alle und die Ausbilder sind für alle Fragen (und auch mal für die eine oder andere Alberei *g*) offen. Außerdem ist mir natürlich eine hohe fachliche Qualifikation und ein hoher Erfahrungsschatz bei den Ausbildern wichtig. Das, was sie uns beibringen, sollten sie auch hinreichend selbst erlebt haben. Dass das der Fall ist, merke ich u.a. daran, dass sie auf alle Fragen mit Fallbeispielen antworten können, auch wenn es sich meiner Einschätzung nach um eine sehr “exotische” Frage handelt. Alle drei kriegen den Mix aus wissenschaftlicher Fundierung und Praxisrelevanz super hin, und das ohne dabei bierernst zu wirken (oder wirken zu wollen).

Du hast bei Julian Wolf deinen NLP-Practitioner absolviert. Inwieweit unterstützen dich deine NLP-Kenntnisse bei deiner Coachingausbildung? Willst du deine NLP-Ausbildung vertiefen?

Einiges, was wir in der Ausbildung bisher behandelt haben, habe ich schon bei Julian gelernt, von daher ist es für mich eine willkommene Vertiefung. NLP ist für mich besonders sinnvoll wenn es darum geht, besser auf den Coachee einzugehen, eine gemeinsame Ebene herzustellen, aber auch bei Dingen wie der Zielklärung. Durch z.B. das Meta-Modell kann man sehr genau nachfragen und versteckte Details hervorbringen, die sonst vielleicht verborgen geblieben wären. Insofern bietet NLP nützliche Ergänzungen zum “herkömmlichen” Coaching. Meine NLP-Ausbildung will ich auf jeden Fall vertiefen. Wenn alles glatt läuft, möchte ich nach dem Abschluss der Coaching-Ausbildung den NLP-Master Coach bei Harald Brill machen. Er bietet eine Masterausbildung mit Coaching-Fokus an, die mit zwei Zertifikaten abgeschlossen wird (NLP Mastercoach nach Deutschen NLP Coaching Verband und Master nach DVNLP und INLPTA). Da die Ausbildung auch preislich stimmt, bin ich 2010 ziemlich sicher dabei.

Positionierung: Zu welchem Thema gibt es Coaches wie Sand am Meer und gibt es noch gute Nischen für Coaches?

Ich schätze, Health-, Life- und Executive-Coaches gibt es schon ziemlich viele. Da “Coach” kein geschützter Begriff ist, kann ja jeder diesen Namen verwenden, auch wenn es sich bei der angebotenen Leistung gar nicht um Coaching handelt. Der lukrativste Bereich dürfte das Executive Coaching sein, aber um da reinzukommen, bedarf es einiger Erfahrung und guter Referenzen. Ich persönlich arbeite ja im Bereich Online-Marketing und peile langfristig das Segment der Rechtsanwälte an. Die Coaching-Skills kann ich dort mit Sicherheit sinnvoll einsetzen. Coaches für Steuerberater usw. gibt es auch schon, aber diese Bereiche sind noch nicht sonderlich überlaufen.

Du beschreibst in deinem Blog das Coachingtool „Lebensrad“. Wir haben es bei meiner Coachingsausbildung gleich in Zweiergruppe ausprobiert und umgesetzt. Das Verhältnis von Theorie und Praxis finde ich immer spannend an einer Coachingausbildung. Wie ist das bei euch? Bleibt genügend Zeit zum Üben? Gibt es Peer-Gruppen?

Ja, Praxis ist für mich auch enorm wichtig. In Büchern nachlesen kann jeder (und das gehört natürlich auch dazu), aber Fähigkeiten entstehen eben nur durch Übung. Ich würde das Verhältnis von Theorie zu Praxis etwa mit 40:60 beschreiben. Natürlich wird jedes neue Thema erst theoretisch eingeführt, dann folgen aber immer gleich Praxisübungen. Meist in Zweier- oder Dreiergruppen (Coach, Coachee, Beobachter). Die wichtigen Konzepte (Fragetechniken, Kontextklärung, Lebensrad usw) üben wir auch mehrfach. Manche Übungen werden auch von Freiwilligen vor der ganzen Gruppe durchgeführt, während die Beobachter sich Notizen machen. Wir setzen auch Video-Feedback ein, wenn alle Teilnehmer einverstanden sind. Für die Praxis ist also jede Menge Zeit eingeplant.

Nach Deinem Abschluss: Führst du dein Blog weiter? Ich dachte dabei an so Themen wie „Erste Coachingerfahrungen“ oder „Gelungene Interventionen“…

Ja, den Blog werde ich ziemlich sicher weiterführen. Dann eben nicht mehr primär über die Ausbildung, sondern über Coaching allgemein, meine Erfahrungen usw. Die Domain soll mir ja langfristig als Basis für meine Coaching-Tätigkeit dienen. Der Blog wird sich dann als ein Teil in die Seite einfügen. Bis dahin ist es aber noch eine Zeit hin.

Vielen Dank für das sehr interessante Interview, Felix!


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