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Montag, 2. März 2009

Von NLP zum Storycode: Ein Interview mit Ralf Stumpf

Von Henri Apell

ralf_stumpf_xing_20081Ralf Stumpf  bildet als  NLP-Lehrtrainer (DVNLP) seit über 20 Jahren erfolgreich NLP-Practitioner, Master und auch Trainer aus. Ferner begleitet er als Coach Menschen beim Erreichen ihrer Ziele. Im eigenen Institut in Berlin führt er Coaching-Ausbildungen durch.

Ich habe ihn als Gasttrainer bei meiner Ausbildung zum  NLP-Trainer (DVNLP) kennen und schätzen gelernt. Seine charismatische Ausstrahlung hat die gesamte Ausbildungsgruppe mitgerissen. Er gehört zu den Trainern, die auch vorleben, was sie unterrichten. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er ständig daran feilt, wie er noch besser und eleganter unterrichten kann.

Nun hat er die Pfade der traditionellen NLP-Ausbildungen verlassen und beschreitet einen neuen Weg: Diesen nennt er Storycode.

Was dahinter steckt und was er sonst noch alles plant, darüber hat er mir in einem Interview Auskunft gegeben.

 

Dein neues Angebot heißt „Story-Code”. Worum geht es da?

Storycode ist die Verbindung von Storytelling und NLP. Ich bin leidenschaftlicher NLPler und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler – da liegt die Kombi nahe! NLP ist gut 30 Jahre alt und bietet brillante, klare Strukturen für Veränderung. Storytelling ist mindestens 10.000 Jahre alt und hat in der “Reise des Helden” die uralten Veränderungs-Erfahrungen der Schamanen gespeichert. Durch die Kombination von beidem können wir sehr klar und bewusst an den Geschichten arbeiten, mit denen wir unsere Realität erschaffen. (NLP nennt das “Modell der Welt”). Kurz gesagt: Geschichten sind der Code zur Veränderung der höheren logischen Ebenen der Persönlichkeit. Deswegen der Name: Storycode!

Dazu bietest du auch eine Ausbildung an. Wie läuft diese ab? Wer kann daran teilnehmen? Sind NLP-Vorkenntnisse nötig?

Die Ausbildung läuft seit Mai ’08. Derzeit biete ich in Berlin ein Storycode-Wochenende im Monat an. Im Storycode verbinden wir NLP und Storytelling – das ganze NLP und das ganze Storytelling! Das ist ein ziemlich großer Brocken und mehr, als man mit einem Wochenende im Monat vermitteln kann. Deswegen freue ich mich, dass Carsten Gramatke jetzt zusätzlich ein monatliches NLP-Wochenende anbietet.

Vorkenntnisse sind keine nötig. Neugierde und Abenteuerlust reichen! Teilnehmen kann jeder, der sich intensiv und bewusst mit seinen Geschichten befassen möchte. Wir haben auch fast immer Platz für Gäste, die die Methode mal kennen lernen wollen.

An den endgültigen Ausbildungsstrukturen arbeiten wir noch. Wenn Storycode als Marke eingetragen ist (= bald!), werden wir auch zertifizieren und Kooperationen für Trainer und Coaches anbieten.

Ferner gibt es dazu auch Firmentrainings. Auf deiner Website heißt es dazu, mit dem Storycode können positive Ressourcen freigesetzt werden. Wie hat sich ein Firmeninhaber das vorzustellen?

Eine Firma besteht doch letztendlich auch nur aus Geschichten. Die Angestellten reden über die da oben, die Chefs über das Fußvolk, alle über die Kunden und die Kunden über die Firma. Der Flurfunk ist schnell und effektiv! In der Kaffeepause entsteht die Firmenidentität. Irgendwelche Vorstandsmemos erreichen da kaum eine Veränderung, weil sie blitzschnell in die bestehende Geschichte eingepasst werden. Dadurch “weiß man, wie man das zu verstehen hat!”

Wir arbeiten direkt an den Geschichten. Zuerst würdigen wir die Genialität der umlaufenden Geschichten. Die haben einen Sinn und erfüllen einen wichtigen Zweck. Die neue Geschichte muss das mindestens so gut können! Dann designen wir eine neue Geschichte, die die vorhandenen Fakten anders ordnet und erklärt – denn das ist die Funktion von Geschichten. Wenn diese Geschichte besser ist (= unterhaltsamer, tiefer, spannender, …), dann wird sie sich verbreiten. Letztendlich ist das firmeninternes virales Marketing.

Der Effekt reicht über eine stärkere Firmenidentität über besseren Gruppenzusammenhalt bis hin zu einer überzeugenderen Außenwirkung durch die Repräsentanten – und damit letztendlich zu besseren Ergebnissen.

Was machst du bei deinen Firmentrainings anders als ein NLP-Trainer? Auch mit NLP kann ich Ressourcen freisetzen.

Durch Storycode wird’s einfacher, weil wir einen klaren Fokus auf die Geschichten haben. Wir haben ja von Kindesbeinen an Erfahrung mit Geschichten. Diese unbewusste Kompetenz muss man keinem beibringen. Wenn eine Geschichte funktioniert, dann merkt man das sofort. Das ist wie ein deutliches KLICK, die Gesichter strahlen und die Köpfe nicken. Und normalerweise sagt dann einer, dass er es ja eigentlich schon immer so gesehen hat, nur konnte er es nicht formulieren. Schön! Die neue Geschichte ist sofort drin, wird sofort erzählt und beginnt sofort zu wirken. Es ist also keine Übungs- oder Nacharbeitungszeit nötig (die man im Business sowieso nie hat).

Du arbeitest seit Kurzem mit Carsten Gramatke zusammen, dem Entwickler von NLPedia. Ihr habt auch gleich eine Firma, T2C gegründet. Wie kam es zu dieser Kooperation und was steckt hinter T2C?

Carsten hat bei mir die NLP-Ausbildung bis zum Trainer gemacht (deswegen kennen wir uns schon lange) und ist einer der wenigen Menschen, der ein ähnliches Veränderungstempo hat wie ich (deswegen kennen wir uns noch immer). Als er sich letztes Jahr als Trainer selbständig gemacht hat, hat er angeboten, bei mir NLP-Wochenenden zu geben. Da fing die Zusammenarbeit an und damit die Kombi von zwei extrem kreativen Köpfen (die man auf unseren YouTube-Videos deutlich sieht!). Wir haben Spaß!

Mit Carsten verwirkliche ich jetzt einige Projekte, die viel zu lange im Ideenstadium verharrten. T2C (= Time2Change) ist hauptsächlich ein Verlag für On- und Offline-Medien. Die ersten Sachen sind fertig und gehen in den nächsten Tagen in die Produktion. Ich sage jetzt noch nichts Konkretes, weil wir das schon zuerst über unsere Seite bekannt geben wollen. Nur so viel: Wir kombinieren ein Coachingkonzept mit einem Spiel und einem Buch. Zusammen gibt das richtig Power! Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Im Juni beginnt euer Ferienpractitioner. Was ist das Besondere daran?

Da merkt man, wie Carsten und ich uns inspirieren. “Eigentlich” hatte ich mit der klassischen NLP-Ausbildung abgeschlossen. Und dann kommt er mit dieser Idee! Nach ein bisschen Brainstorming war ich begeistert: Ein “ordentlicher” DVNLP-Practitioner in zwei Blöcken an Ferienorten für unter 1.000 Euro. Das gab’s noch nie. Es gibt DVNLP-Ferienpractitioner - aber die kosten fast das Doppelte. Es gibt Practitioner unter 1.000 Euro – aber ohne das DVNLP-Siegel, auf das viele Menschen wert legen. Wir machen die Gruppe einfach ein bisschen größer, und dann rechnet sich das für alle. Wer uns kennt weiß, dass wir gute Qualität bieten (ich habe über 20 Jahre NLP-Ausbildungen gegeben – Du und ich haben uns ja auch so kennen gelernt!). Und Spaß wird’s auch machen, denn das ernsthaft-triefende liegt uns nicht so. Wir wollen, dass die Leute sich mit Spaß verändern! Ich nenne das seit Jahren “stärkenorientierte Veränderung”. Letztendlich sind es doch die Stärken, mit deren Hilfe man das Leben lebt, das man leben möchte. 

Du hast auch mit dem twittern angefangen. Wie siehst du dieses Instrument?

Die Frage kommt recht früh, denn ich bin jetzt seit ein paar Tagen dabei. Ich lerne Twitter erst kennen. Auf den ersten Blick sieht’s spannend aus. Ich mag die kurze Form und will Twitter dann auch in meine neue Homepage einbinden. Öfter eine kurze Info ist eine gute Ergänzung zum monatlichen Newsletter.

Inwieweit ich andere regelmäßig lesen werde, weiß ich noch nicht. Es gibt ja auch noch ein Leben außerhalb des Webs! Ich musste allerdings schon feststellen, dass man sich schnell festliest in guten Tweets – in Deinem zum Beispiel!

Vielen Dank für das ausführliche Interview, Ralf. Alles Gute für dich, deine Familie und natürlich für dein Storycode-Konzept.


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