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Freitag, 6. Februar 2009

Ein Interview mit Silke Heil, Personalberaterin und Coach

Von Henri Apell

heil_silkeGestern habe ich Silke Heils Roman "Einstellungssache" auf meinem Blog besprochen.

Weil ich das Buch so spannend fand, bat ich die Autorin noch um ein Interview, um noch mehr über ihre interessante Arbeit und ihren Roman zu erfahren.

Dies hat Frau Heil gerne getan.

Und so kann ich Ihnen heute einen Einblick in Silke Heils Romanwerkstatt geben. Ferner erzählt sie über ihre Arbeit als Coach und welche Anforderungen Personalchefs an potentielle Bewerber stellen.

Frau Heil, stellen Sie sich und Ihre Dienstleistungen meinen Lesern vor.

Die Firma Personalberatung & -coaching Silke Heil besteht seit Anfang 2002. Zu meinem Portfolio gehören: Bewerbertrainings, Vorstellungsgesprächs- und Kommunikationstrainings, Interimsmanagement im Personalwesen, Bewerberauswahl für Firmen sowie Existenzgründer, Workshops (Konfliktmanagement, Teamfindung, TA, Kommunikation, Mitarbeiterführung etc.), Führungskräfteseminare, Coachings, Ghostwriting von qualifizierten Zeugnissen, Karriere- und Outplacementberatungen uvm.

Was qualifiziert Sie dafür?

Meine Berufserfahrung aus meiner 14jährigen Tätigkeit als Senior Assistentin des Personaldirektors und -leiters eines amerikanischen Konzerns der Medizintechnik, bei der ich mit allen Bereichen des Personalmanagements betraut war. Hierdurch verfüge ich auch über sehr gute Englischkenntnisse, die es mir ermöglichen, alle meine Dienstleistungen in Deutsch und Englisch anzubieten. Parallel zu meiner Berufstätigkeit nahm ich an Weiterbildungen, wie z. B. Personalfachkauffrau IHK und Business-Trainerin IHK, teil. Letztere Ausbildung vermittelte mir insbesondere die Fähigkeit zur pädagogisch-didaktischen sowie ganzheitlichen Arbeitsweise. Des Weiteren nahm ich an einer Schulung zur effizienten Sichtung von Bewerbungsunterlagen unter Zugrundelegung von NLP teil.

Was sind denn für Ihre Klienten die höheren Hürden: Ein möglichst gutes Anschreiben oder ein möglichst überzeugendes Vorstellungsgespräch?

Das kommt auf den einzelnen Klienten an. Tendenziell wird jedoch das Einzeltraining für das souveräne Führen des Vorstellungsgesprächs bei mir mehr nachgefragt. Die Möglichkeit für die Bewerber, mit mir sozusagen „die Generalprobe" des Gesprächs zu durchlaufen, indem ich in die Rolle des Unternehmens, bei dem das Gespräch stattfinden wird, schlüpfe, gibt vielen aufgrund der aufgezeigten Optimierungspunkte ein stärkeres Selbstbewusstsein. Da ich während des Feedbacks auch immer wieder darauf hinweise, welche Bedeutung jeweils hinter den einzelnen Fragen der Personaler steckt, erhalten die Bewerber auch mehr Sicherheit und ein Gespür für das authentische Führen des Gesprächs.

Sie sind ja schon einige Jahre als Personalberaterin selbstständig und waren davor Senior-Assistentin bei der Personalleitung: Was hat sich bei den Bewerbungen geändert? Worauf wird heute mehr Wert gelegt?

Geändert hat es sich, dass die Unternehmen erwarten, dass sich die Bewerber bereits vor Versand der Unterlagen genau über die Firma informiert haben und entsprechend vermitteln können, was sie an dem Unternehmen sowie an der ausgeschriebenen Position reizt. Aufgrund der zwischenzeitlichen Möglichkeit der Bewerber sich z. B. über die jeweiligen Internetseiten der Firmen Informationen holen zu können, haben sich hier die Erwartungen der Unternehmen deutlich erhöht.

Jedoch haben sich auch die Anforderungen an die Bewerbungen der Jugendlichen bzw. Berufseinsteiger im Vergleich zu früher deutlich erhöht. Auch hier punkten die aussagekräftigen und individuell erstellten Unterlagen im Gegensatz zu den eher lieblos erstellten Massen- oder Standardbewerbungen. Bei mehreren hundert Bewerbungseingängen pro ausgeschriebener Stelle ist dies jedoch auch nicht weiter verwunderlich. Daher ist meine Empfehlung immer: Lieber weniger und dafür individuell auf das Unternehmen zugeschnittene, gut recherchierte und aussagekräftige Bewerbungen zu erstellen anstatt eine große Anzahl von Massenbewerbungen, die auf jedes x-beliebige Unternehmen passen könnten.

Nicht unterschätzen darf man auch, dass sich die Unternehmen nicht nur auf die Aussage von Referenzen verlassen, sondern sich auch für die Trefferliste, die der jeweilige Name bei „Google" ergibt, interessieren. Diesen Aufwand betreibt man natürlich nicht bei jedem Bewerber und auch nicht bei jeder zu besetzenden Position, dennoch sollten die Stellensuchenden immer regelmäßig prüfen, welche Beiträge, privaten Fotos oder gar Filmaufnahmen, die evt. Karriereschädigend sein könnten, über sie im Netz zu finden sind. Am besten ist es, wenn solche Aufnahmen gar nicht erst ins Netz gelangen, da die Löschung derer nicht einfach ist und die Daten noch lange Zeit danach im Netz zu finden sind.

Nun wurde auch Ihre Romanheldin Isabelle Fischer arbeitslos. Welche Ratschläge hätten Sie Ihr bei ihren Bewerbungsversuchen gerne mitgegeben?

Wichtig ist es, trotz Arbeitslosigkeit so aktiv wie möglich zu bleiben. Sei es durch das Ausüben von Aushilfsjobs, durch die Teilnahme an Weiterbildungen oder das aktive Knüpfen von Netzwerken. Sie hätte auch ruhig schneller als sie dies in meiner Erzählung getan hat, den Rat und die Hilfe ihrer Freundin annehmen sollen. Es ist immer hilfreich, wenn man sich in Bezug auf die Erstellung von Unterlagen Rat holt oder diese zumindest Korrektur lesen lässt. Auch der Besuch von Firmenmessen oder der Anruf bei interessanten Unternehmen mit der Nachfrage, ob diese Interesse an einer Initiativbewerbung haben, sind immer mögliche Optionen für Bewerber, die Kommunikationsgeschick und ein angenehmes Auftreten besitzen.

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee mit dem Roman?

Als ich im Jahr 2005 von der Frauenzeitschrift „woman" für mein damals noch überwiegend ehrenamtliches Engagement gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Form von Schulklassen-Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächstrainings in Hamburg mit dem 1. Platz ausgezeichnet wurde, fragte mich einer der Gäste, ob ich meine Erfahrungen aus den Bewerbungstrainings nicht einer großen Öffentlichkeit in Form eines Ratgebers zur Verfügung stellen wolle. Diese Idee fand ich sehr interessant, stellte jedoch sehr schnell fest, dass ich an der doch eher trockenen Formulierungsweise eines Sachbuches keinen richtigen Spaß hatte. Auch sind bereits einige Ratgeber davon auf dem Markt und ich war mir nicht sicher, ob die Nachfrage hierfür bestehen würde. Da ich sehr schnell größeres Gefallen an der leichteren und humorvolleren Erzählweise einer Geschichte fand, entstand bei mir die Idee, mein Wissen in eine schwungvolle Liebesgeschichte zu verpacken. Nicht zuletzt auch mit dem Hintergedanken, auf diese Weise eventuell auch jüngere Leser für das eigentlich eher trockene Thema Bewerbungserstellung begeistern zu können.

Wie schwer gestaltete sich die Suche nach einem Verlag?

Diese war - auch jetzt im Nachhinein gesehen - erstaunlich einfach. Nachdem ich zwei Verlagen mein Exposé inklusive Leseprobe überlassen hatte, meldete sich der Verlag, bei dem mein Buch erschienen ist, schon innerhalb weniger Tage bei mir und bekundete sein Interesse. Bereits Tage später hatte ich die Zusage des Verlages sowie meinen Autorenvertrag vorliegen. Die Zusammenarbeit war sehr angenehm, konstruktiv und professionell, so dass ich mich dort bis heute sehr gut beraten fühle. Kurze Zeit später war das Buch dann auch schon überall im Handel erhältlich. Allen, die planen ein eigenes Buch zu veröffentlichen, sei jedoch gesagt, dass dieser zügige Ablauf eher eine Ausnahme ist. Nicht selten sucht man als „No Name" mehrere Jahre nach einem Verlag bis man eine Zusage erhält.

Sie nennen Ihren Roman ein „Lesevergnügen mit Coachingeffekt". Worin besteht dieser Coachingeffekt? 

Mein Augenmerk liegt schon in der Unterhaltung des Lesers durch die Geschichte, so dass sich auch Leser, die sich im Moment nicht gerade auf Stellensuche befinden, angesprochen fühlen sollen. Der Leser erhält quasi „so nebenbei" Informationen wie eine Bewerbungsmappe oder ein Bewerbungsfoto aussehen soll und anhand von Tipps für das Vorstellungsgespräch, die einer kurzen Checkliste ähneln, Hinweise, was es hierbei zu beachten gilt. Ich habe es bewusst vermieden, allzu sehr in Details zu gehen, da sich zum einen die Anforderungen der Unternehmen an die Unterlagen sowie an die Bewerber regelmäßig ändern und zum anderen wollte ich eine evtl. entstehende Langatmigkeit  durch zuviel Fachbegriffe verhindern. Mein Ziel war es, lediglich Einblick in die Bewerbungskriterien zu geben. Tief in die Materie des Coachings ging ich inhaltlich bewusst nicht, da es auch hierfür bereits genügend Literatur auf dem Markt gibt. Es handelt sich eben lediglich um einen „Coachingeffekt" und nicht um einen „Coachingratgeber". 

Im Roman muss Isabelle nun doch nicht zum 2. Vorstellungsgespräch. Wenn es jedoch stattgefunden hätte: Was hätte sie dort erwartet?

Im 2. Vorstellungsgespräch werden in der Regel lediglich noch die Vertragsmodalitäten (Eintrittstermin, Gehalt, Urlaubsanspruch etc.) besprochen und - falls im ersten Gespräch noch nicht geschehen - der künftige Arbeitsplatz sowie die Abteilungskollegen und der Vorgesetzte vorgestellt.

Stichwort Netzwerke: Isabelle erhält schließlich ein Jobangebot über ihren Vater. Wie wichtig sind Beziehungen und gute Netzwerke bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bzw. bei einem Arbeitsplatzwechsel? 

Gute Netzwerke waren schon immer sehr wichtig und werden es auch in Zukunft bleiben. Ich selbst begrüße es, wenn ich vor Ort bei meinen Firmenkunden die Personalauswahl bzw. das Bewerbermanagement durchführe, wenn die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens Empfehlungen aussprechen. Daher kann ich nur raten, sich bei der Jobsuche aktiv mit Freunden, Bekannten und Verwandten auszutauschen. Auch Kontakte, die durch die bisherige Berufstätigkeit bereits entstanden sind, sind sehr hilfreich. Dennoch gilt es, dass die Bewerber mit der Auswahl ihrer Kontakte sorgfältig umgehen. Tun sie dies nicht, kann es passieren, dass sich ein vermeintlich guter Kontakt, dessen Person jedoch z. B. im Unternehmen selbst nicht gut angesehen ist, sich eher nachteilig auswirkt.

 

Frau Heil, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und mit Ihrem Buch.

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