Dienstag, 27. Januar 2009
Buchbesprechung: Werner Warmbier – Der programmierte Kunde
Der Titel hat mich neugierig gemacht: Sind wir alle nur Kunden, die gezielt programmiert werden?
Mal schauen: Wie sieht denn der “Frontalangriff auf unsere Sinne” aus? Und wer greift denn an?
Kennen Sie den Ausdruck „Neuroökonomie”? Früher nannte man es „Neuromarketing”, aber dieser Begriff ist in den USA sehr in Verruf geraten.
Geht es doch um nichts anderes, als mit den neuen Erkenntnissen der Hirnforschung die Reaktionen der Verbraucher besser einschätzen zu können, ja auch besser steuern zu können.
Der Konsumforscher Werner Warmbier erklärt in diesem gut geschriebenen Buch, wie diese neue Art des Vermarktens funktioniert.
Der „Frontalangriff” der Marketingexperten trifft unsere Sinne. „Fünf-Sinne-Marketing” heiß das Zauberwort: Möglichst viele Sinne sollen mit der Werbung angesprochen werden. Je mehr Sinne, desto besser: „Multisensorische Verstärkung” heißt das dann in der Fachsprache.
Warmbier erklärt uns Laien in sehr ansprechender Form, wie die Werbung unsere Sinne attackiert. Wir Kunden sind längst zu einem lohnender Forschungsobjekt geworden. Dadurch soll Werbung immer besser und zielgenauer werden. Getestet wird in Laboren mit Versuchssupermärkten.
Worum geht es dabei? Das Unbewusste des potentiellen Kunden soll so trickreich wie möglich angesprochen werden, das jeweilige Produkt zu kaufen.
Man merkt förmlich die Faszination des Autors, wenn er von diesen Versuchen berichtet.
Fazit: Ein lohnendes Buch; gibt es doch einen Einblick in die schöne neue Welt des Neuromarketings.
Das Buch kostet 19,90 Euro, ist beim Econ-Verlag erschienen und kann bei amazon bestellt werden.
