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Dienstag, 16. September 2008

Pareto

Von Henri Apell

Die Gedanken eines Ökonoms aus dem 19. Jahrhundert könnte auch Ihre Arbeits- und Lebensweise grundlegend verändern.

Ich spreche von Vilfredo Pareto und seinem berühmten Verteilungsgesetz, dem Pareto-Gesetz oder auch der Pareto-Verteilung. Heute redet man eher vom 80/20-Prinzip.

Was hat so ein alter Ökonom mit meiner Arbeitsweise zu tun?

 

Wer war Vilfredo Pareto?

Der Ökonom und Soziologe lebte von 1848 bis 1923 und war ausgebildeter Ingenieur. Nach einer sehr wechselhaften Karriere wurde er schließlich Professor für politische Ökonomie an der Universität von Lausanne in der Schweiz.

Bei einer Untersuchung über das Volksvermögen in Italien stellte er fest, dass 20 % der Familien 80% des Vermögens besaßen. Für die Banken leitete er daraufhin ab, dass sie sich nur um diese 20 % zu kümmern hätten, um erfolgreich zu sein.

In der Folgezeit wurde diese Erkenntnis auf immer mehr Gebiete angewendet und heute ist die Pareto-Verteilung allgemein anerkannt.

Was bedeutet das für meine Arbeitsweise?

Allgemein lässt sich das Pareto-Gesetz so formulieren: 20 % meines Inputs sorgen für 80 % meines Outputs. Ob nun das Verhältnis 80 zu 20 oder 85 zu 15 oder 90 zu 10 spielt nur eine unwesentliche Rolle. wichtiger ist das Prinzip dahinter.

Beispiele:

  • 20 % meiner Kunden sorgen für 80 % meines Umsatzes
  • 80 % meiner Zeit widme ich Leuten, die nie Kunden werden
  • 80 % meiner Werbeausgaben generieren 20 % meiner Kunden
  • Ihr Beispiel ….

 Seit ich um die Paretoverteilung weiß, stelle ich mir öfter folgende Fragen:

  • Welche Kunden bringen mir das meiste Geld?
  • Wo verliere ich mich in unnötige Details?
  • Wie kann ich am schnellsten E-Mails beantworten?
  • Und welche sind wirklich wichtig?
  • Welches Networking bringt – zumindest – Interessenten?

Die Liste lässt sich erheblich erweitern. Vielleicht haben Sie ja noch weitere Vorschläge.

Auf das Pareto-Prinzip bin ich übrigens bei der Lektüre des folgenden Buches gestoßen:

Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben

 

Auf Seite 86 steht`s: Paretos Garten: “80/20 und die Beseitigung des Überflüssigen”

 


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4 Kommentare zu „Pareto“

  • 1

    Hallo,
    die Pareto- oder 80/20 Regel ist eine gute Sache, vor allem für Perfektionisten. Leider hilft sie bei denen nicht, weil für die ein achtzigprozentiges Ergebnis meist indiskutabel ist. Bei ihnen fängt ja ein akzeptables Ergebnis erst bei 110% Prozent an.
    Man muss allerdings vorsichtig sein mit der Anwendbarkeit dieses Prinzips. Wenn ich in den OP-Saal gerollt werde, werde ich mich hüten, den Arzt zu fragen, ob er mal was von der 80/20 Regel gehört hat. Ebenso werde ich es unterlassen, beim Besteigen eines Flugzeugs dem Piloten, der seine Checklisten durchgeht, zu sagen: “Ein achtzigprozentiger Flug reicht mir diesmal völlig.”

  • 2

    Auch bei meinem Zahnarzt bitte ich um 100 Prozent;)- egal was!

  • 3

    @Roland: Da sprichst Du meiner Meinung jedoch eine problematische Einstellung an: Ein akzeptables Ergebnis erst ab 110 % zu sehen, das führt selten zu etwas Gutem.

    Sicher gibt es Ausnahmebereiche im Leben, wo Perfektion erstrebenswert ist.

    Ob aber jeder Zahnarzt und Pilot stets 100 % geben / bringen kann, möchte ich bezweifeln. Menschen schwanken in ihrer Leistungsfähigkeit und können gar nicht immer ihre Bestleistung bringen.

    Die erwähnte “4-Stunden-Woche” kann ich übrigens sehr empfehlen, das ist ein Buch, dass neue Einsichten vermittelt.

  • 4

    80/20 ist schon sehr weit gegriffen !! In aller Regel trifft es aber zu und man kann sehr gut seine Analysen bzw die Abfolge von Programmen starten und läßt erstmal unnötigen Ballast bei Seite. Allerdings würde ich bei den Themen OP und Flugzeug sogar sagen, dass 99,9% bezogen auf die Häufigkeit von OPs und Flügen weltweit je Tag ,eine beruhigende Quote ist….:-))